São Brás de Alportel

Reisetipps für die ländliche Kleinstadt São Brás de Alportel in der fruchtbaren Barrocal Region der Algarve am Rande der Serra de Caldeirão – ehemals Zentrum des Korkanbaus in Portugal und Sommerresidenz der Bischöfe der Algarve: Unterkünfte, Märkte und Restaurants, Keramikhandwerk, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Korkanbau, Trachtenmuseum, Calçadinha Romana, Hinterland, ....
São Brás de Alportel
  • Distrikt: Faro > Kreis: São Brás de Alportel > Gemeinde:
  • Bevölkerung: 10.600
  • Entfernungen: Faro Flughafen 19 km, Lissabon Flughafen 281 km

São Brás de Alportel ist eine ländliche Kleinstadt (vila) und ein Kreis (concelho) im Distrikt  Faro (Algarve), der südlichsten Region von Portugal auf dem europäischen Festland. Der Ort am Rande der Serra do Caldeirão wird von den Einheimischen einfach São Brás genannt.


São Brás Lage und Verkehrsanbuindung

So kommen Sie nach São Brás de Alportel

São Brás de Alportel liegt im Landesinneren nördlich von Faro an der Grenze der fruchtbaren Barrocal Region zur Serra de Caldeirão.

Von Faro aus ist die Kleinstadt über die Nationalstraße EN2 zu erreichen, die weiter nach Norden durch die Serra de Caldeira0, das Alentejo und ganz Portugal führt. Die Autobahn A22 führt südlich an São Brás vorbei, die EN2 ist über die nächstgelegene Abfahrt 14 zu erreichen. Die gut ausgebaute Nationalstraße EN270 verbindet São Brás mit Tavira im Osten und Loulé im Westen.

Einen Anschluss an die einspurige Bahnlinie Linha do Algarve gibt es nicht. Die einzige Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln bildet eine Buslinie der EVA Transportes nach Faro.


São Brás Freizeit

Was ist los in und um São Brás de Alportel

São Brás ist geprägt von der Landwirtschaft und kleineren handwerklichen Betrieben. Einen nennenswerten Tourismus gibt es nicht, aber die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in der Serra de Caldeirão. Wenn man vom Ort aus nach Norden am Örtchen Alportel vorbeifährt, gelangt man zum Freizeitpark Fonte Férrea an Rande ausgedehnter Korkeichenwälder. Die eisenhaltige Quelle speist den Bach Ribeira de Alportel, wo man im Winterhalbjahr Kanu fahren kann. In Cortelha an der N2, die nach Norden über das Alentejo bis nach Lissabon führt, gibt es eine Motocross Strecke.

Bei einem Rundgang durch den Ort fällt eine Reihe schöner Stadthäuser in der Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf. Sie zeugen von Wohlstand zu dieser Zeit, als São Brás das Zentrum der Korkproduktion in Portugal war. Das Kulturzentrum des Ortes, das Centro Cultural António Bentes, war einst der Wohnsitz des Korkhändlers António Bentes, der mit dem Aufstieg der Korkindustrie zu einem reichen Mann geworden war. Dort ist das Museum des Ortes, Museu Etnográfico do Traje Algarvio untergebracht. Es zeigt typische Trachten der Algarve und viele Gebrauchsgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das prächtige Herrenhaus, erbaut im Jahre 1899, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Architektur jener Zeit.

Sehenswert ist auch die am Südrand des Ortes gelegene Pfarrkirche, die nach dem Erdbeben von 1755 auf den Fundamenten einer älteren, im 16. Jahrhundert errichteten Kirche erbaut wurde. Der Garten der Kirche bietet einen fantastischen Ausblick auf die umgebende Landschaft bis hin zum Meer. Hinter der Kirche führt ein Weg zu den sehenswerten Überresten einer teilweise wieder freigelegten ehemaligen römischen Landstraße, der Calçadinha Romana, die von Faro, dem damaligen Ossónoba, über Estoi und São Brás nach Norden führte. Ganz in der Nähe sind noch Teile der Gartenanlage des Bischofspalastes aus der Zeit zu sehen, als der Bischof der Algarve in São Bras seinen Sommersitz hatte.


São Bras Einkaufen und Gastronomie

Am Ort gibt es eine schlichte Markthalle. Dort und in den vielen Läden kauft man wesentlich preiswerter ein als in den Tourismuszentren an der Küste, weshalb sich São Brás bei Einheimischen großer Beliebtheit als Einkaufsort erfreut. An der Straße nach Loulé gibt es eine genossenschaftliche Ölmühle, wo man Olivenöl aus der Region, aber auch Medronho und Feigenschnaps günstig kaufen kann. Auch einige Antiquitätenhändler finden sich in der Umgebung.

Das gastronomische Angebot in der Kleinstadt selbst ist überschaubar. Als Ausflugsziel, besonders an Wochenende, ist der Gasthof Casa do Campo Cantinho da Serra an der N2 in Richtung Alentejo mit traditioneller regionaler Küche sehr beliebt. Und kürzlich haben wir in der Nähe von São Brás das sehr empfehlenswerte Restaurant Lagar da Mesquita im stilvollen Ambiente einer umgebauten Ölmühle entdeckt.


Umgebung von São Brás

Das Umland von São Brás de Alportel

In der Serra de Caldeirão nördlich von Alportel gibt es große naturbelassene Wälder – teilweise im Besitz der Gemeinde, in denen Korkeichen ohne menschlichen Eingriff heranwachsen. Die hier geerntete Korkrinde gilt als die beste der Welt und dem Produkt aus landwirtschaftlichen Korkplantagen als weit überlegen. Deshalb wird der Kork bevorzugt für die Herstellung von Flaschenkorken für Qualitätsweine und Champagner verwendet.

Das Gebiet östlich von São Brás ist bekannt für seine Erzeugnisse aus dem in der Gegend gewonnenen Ton (barro): Fliesen, Dach- und Mauerziegel und Töpfereiwaren. Diese werden noch heute handwerklich nach alter Tradition hergestellt und sind ein wesentliches Stilelement der Architektur der Algarve. Der bekannteste Ort dafür ist Santa Catarina da Fonte do Bispo, nach dem die Fliesen und Ziegel unter dem Namen Santa Catarina in den Handel kommen.

Ein weiteres architektonisches Bauelement wird ebenfalls ganz in der Nähe hergestellt. Es handelt sich dabei um die teilweise sehr kunstvollen Einfassungen von Fenstern und Türen mit dekorativen Rahmen aus gelbem Sandstein, der in Steinbrüchen hier und an anderen Stellen der Algarve abgebaut wird.

Diese und weitere handwerkliche und kulturelle Traditionen der Region kann man in Führungen und Workshops von Algarve Rotas erleben, die im Trachtenmuseum von São Brás ihren Ausgangs- und Endpunkt haben.


Geschichte von São Brás

Die neuere Geschichte von São Brás de Alportel ist verbunden mit dem Kork

Der berühmte maurische Poet Ibn Ammar wurde im 12. Jahrhundert in São Brás geboren. Bereits im 16. Jahrhundert gab es in dem kleinen Ort ein Kloster. Ab dem 17. Jahrhundert wurde São Brás auf Grund seines milden Klimas Sommersitz der Bischöfe der Algarve. Der bischöfliche Palast, erbaut im 17. und 18. Jahrhundert um gegen die Hitze des Sommers zu schützen, wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert. Heute sind nur noch ein Teil des Hauptgebäudes und der barocke Brunnen erhalten. Im Garten liegt das öffentliche Freibad.

Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zu einem bedeutenden Knotenpunkt. Die Korkwälder in der Serra de Caldeirão förderten die kommerzielle Entwicklung und São Brás de Alportel wurde mit über einhundert Korkfabriken zum größten Korkproduzenten in Portugal und damit auch weltweit. Der damit einhergehende Wohlstand führte dazu, dass São Brás, das bis dahin zur Gemeinde Faro gehörte, eine eigenständige Kleinstadt (vila) wurde. Allerdings war der Preis dafür hoch, denn obwohl Portugal im Ersten Weltkrieg neutral war, wurde zahlreiche junge Männer als Freiwillige an die mörderische Front in Belgien geschickt. Die Nachbildung eines Schützengrabens im Museu do Traje erinnert an diese Tragödie.

Durch das Anlegen großer Korkplantage im Alentejo sowie in Nordportugal und die im Zuge der Automatisierung erfolgte Verlagerung der Korkproduktion in den Großraum Lissabon wurde die Stadt zur Diversifizierung ihrer Ökonomie gezwungen und verlor an wirtschaftlicher Bedeutung. Heute sind nur noch 5 kleinere Korkfabriken in der Umgebung in Betrieb.


Der Kreis São Brás de Alportel

Er ist einer von nur sechs Kreisen in Portugal, die nur aus einer einzigen Gemeinde bestehen. Mit knapp 11 Tsd. Einwohnern in 2011 ist die Bevölkerungszahl gegenüber 2001 nur wenig gestiegen und auf dem gleichen Niveau wie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.


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