Weinregionen Portugal

Weinbau wird in 14 Weinbauregionen betrieben, davon 12 auf dem portugiesischen Festland, sowie die beiden Regionen auf den zu Porugal gehörenden Inselgruppen Azoren und Madeira im Nordatlantik. Die Liste ist in geografischer Reihenfolge von Norden nach Süden.

Portugal verfügt über 31 Anbaugebiete der höchsten Qualitätsstufe DOP, die der traditionellen lokalen Bezeichnung DOC (Denominação de Origem Controlada) entspricht. Jedes dieser Anbaugebiete ist geografisch genau abgegrenzt und die maximale Menge der geernteten Trauben ebenso festgelegt wie die zugelassenen und empfohlenen Rebsorten. Alle Weine müssen offiziell verkostet, geprüft und genehmigt werden.

Jede Weinregion wird von einer Comissão Vitivinícola Regional (CVR) betreut. Diese Organisation agiert einerseits als Interessenvertretung der Weinindustrie, tritt aber auch als Kontrollinstanz auf, die die regionalen Qualitätsbestimmungen nachhaltig vertritt. Mit der Unterstützung der CVR werden der einzigartige Charakter eines Weinbaugebietes, seine Kultur und die Traditionen seiner Weine bewahrt. Innerhalb der Region entscheiden sie als Behörde beispielsweise über die Auswahl von regionaltypischen Rebsorten, über die Kennzeichnung von Weinen, etwa im Hinblick auf die Würdigung herausragender Qualitäten, wie etwa Reserva, Garrafeira und Superior, aber auch über die Zulassung beispielsweise von Bewässerung.

Dieser Artikel beruht auf Material, das uns freundlicherweise von Viniportugal, einer interprofessionellen Vereinigung der Portugiesischen Weinindustrie, zur Verfügung gestellt wurde.Mehr zu Thema finden Sie auf deren Webseite www.winesofportugal.com

 


Region Vinho Verde

Die gleichnamigen Weine aus dieser Region im Nordwesten Portugals sind als leichte Sommerweine besonders in der wärmeren Jahreszeit geschätzt

  • DOC Vinho Verde
  • Vinho Regional Minho

Die Region Vinho Verde liegt in der ehemaligen Provinz Minho im Nordwesten Portugals am Atlantik und grenzt im Norden an das spanische Galizien. Vermutlich gibt es keinen passenderen Namen, mit dem das Land und seine Weine so treffend beschrieben sind - Vinho Verde heißt übersetzt „Grüner Wein“ und steht zugleich für eine faszinierende Landschaft, ein Meer von Grün. Verantwortlich für die opulente Vegetation ist der Niederschlag, der hier als der höchste in Europa gilt, bis zu 3.000 mm im Jahr.

Die Weine aus dieser Region im Nordwesten Portugals sind als leichte Sommerweine besonders in der wärmeren Jahreszeit geschätzt. Es handelt sich dabei meist um Weißweine vor allem der Rebsorten Alvarinho und Arinto (hier unter dem Namen Pedernã bekannt). Im Süden der Region um Amarantes und Paiva wird auch Rotwein angebaut, und neuerdings kommen auch Roséweine aus dieser Region in den Handel.

Sie möchten Vinho Verde selbst entdecken? Durch die Vinho-Verde-Region zieht sich ein Netz attraktiver Weinrouten, die Sie zu den schönsten Plätzen der Region führen.


Region Trás-os-Montes

Trás-os-Montes heißt wörtlich “Hinter den Bergen”, denn um in den entfernten Nordosten Portugals zu gelangen, müssen Berge und Hügel überwunden werden

  • DOC Trás-os-Montes
  • Vinho Regional Transmontano

Diese einmalige Gegend an der nordöstlichen Grenze Portugals zu Spanien überrascht durch ihre landschaftliche Schönheit, eine gebirgige Landschaft mit Schieferböden und Granitformationen und einer Höhe zwischen 350 m und 700.

Bei der Verkostung der typischen Weine von Trás-os-Montes werden Sie feststellen, dass die Weißweine sehr aromatisch und ausgeglichen sind und intensive Fruchtaromen enthalten. Die Rotweine dieser Region haben eine sehr konsistente und intensive Leuchtkraft und sind sehr fruchtig. Die warmen Wachstumsbedingungen begünstigen Weine mit einem überdurchschnittlichen Alkoholgehalt, der jedoch im Einklang mit der insgesamt robusten Struktur dieser Weine steht.


Region Porto e Douro

Hier wurde bereits im Jahre 1754, ein Jahrhundert vor dem Bordelais in Frankreich, die Herkunftsbezeichnung als internationales Qualitätssiegel für Weinerzeugnisse eingeführt

  • DOC Douro, Porto
  • Vinho Regional Duriense

Das Douro-Gebiet im Norden Portugals macht es seinen Weinbauern nicht gerade leicht: Steile Hänge, die tief in den Rio Douro eintauchen. Ungezählte Weinterrassen, die wie Himmelsleitern wieder hinauf in die Höhe führen. Heißes mediterranes Klima und eine Erde, die ihren Namen kaum verdient – nichts als Schiefer und unerbittlicher Granit. Aber gerade das sind die Besonderheiten, die dieses Weinbaugebiet so bekannt gemacht haben. Denn für den Wein bietet sie außerordentlich gute Bedingungen: über Jahrhunderte haben die Winzer die Welt mit exzellentem Portwein versorgt.

Jetzt haben Weinexperten in der ganzen Welt erkannt, dass die Region des Douro ideale Bedingungen bietet, um nicht angereicherte Rot- und Weißweine höchster Qualität herzustellen. Die Winzer hier stellen charaktervolle und einzigartige Weine her, die zu den intensivsten und komplexesten Weinen Portugals gehören. Es gibt hier jeweils eine DOC für nicht mit Alkohol angereicherte Weine (DOC Douro) und eine für Portweine (DOC Porto), obwohl beide geografisch gesehen dasselbe Gebiet umfassen.


Region Távora e Varosa

Die Region Távora-Varosa in den Bergen des nördlichen Portugals erstreckt sich in Richtung des südlichen Douro bis zum Fuße der Serra da Nave, eingebettet zwischen den Flüssen Paiva und Távora.

  • DOC Távora – Varosa
  • Vinho Regional Terras de Cister

Zisterzienser-Mönche, die Klöster und Kirchen zwischen den Weinreben erbauten, haben als erste Wein in diesem landwirtschaftlich geprägten Gebiet angebaut. Daher stammt auch der Name dieses neuen Vinho Regional, Terras de Cister (Land der Zisterzienser). Die Topografie dieser Landschaft stellt höchste Anforderungen an den Weinbau. Unzählige kleine Anbauflächen, terrassenförmig angelegt, schmiegen sich an steile Hügel in einer Höhe von 550 m über dem Meeresspiegel auf Granit- und Schieferböden.

Die Winter hier sind kalt und feucht, die Sommer heiß und trocken. Aufgrund der tiefen Nachttemperaturen in dieser Höhe erhalten die Trauben ihre Säure und den hellen fruchtigen Charakter der perfekt für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Schaumweinen geeignet ist. Tatsächlich war Távora-Varosa die erste Region in Portugal, die 1989 für Schaumweine demarkiert wurde. Etwa die Hälfte der Reben in den älteren Weinbergen gehört zur Sorte Malvasia Fina. Seit mehr als einem Jahrhundert gibt es jedoch in Távora-Varosa auch bedeutende Anbauflächen für Chardonnay und Pinot Noir (zwei der wichtigsten Rebsorten der Champagne in Frankreich).


Region Dão e Lafões

Umgeben von den Gebirgsketten Caramulo, Buçaco, Nave und Estrela, ist die Region des Dão absolut geschützt vor kalten Winden, sommerlichen Regenwolken des Atlantiks und vor kontinentalen Stürmen

  • DOC Dão, Lafões
  • Vinho Regional Terras da Dão

Innerhalb der umgebenden Gebirgsketten ist der Dão voller Kontraste; im Westen wärmer, im Norden und Osten kälter; sanfte Hügel gehen über in tiefe Täler, Wälder und Gebirgshänge. Die Winter sind kalt und feucht, und die Sommer im Allgemeinen sonnig, warm und trocken. In Spätsommer werden die Tage merklich kühler, so dass die Reben länger und langsamer reifen und komplexere Aromen entwickeln.

Die Weinberge liegen hoch oben auf den Hügeln, durchschnittlich 400 m bis 500 m über dem Meeresspiegel; manche sogar in einer Höhe von 800 m, wo auf verwittertem Schiefer- oder Granitboden die Reben gedeihen. Die Weinberge müssen sorgfältig angelegt werden, um die Sonne optimal zu nutzen, damit die Trauben perfekt reifen. Auf diese Weise erhalten die Dão-Weine ihre natürliche Ausgewogenheit von frischer mineralischer Säure mit wundervollen Duftnoten, herrlichem Charakter und Intensität.

Versteckt zwischen der Dão-Region und den Regionen des Vinho Verde erstreckt sich entlang des vom Vouga-Fluss durchschnittenen Tals die kleine Region Lafões mit ihren Granitböden und einem Klima, das zwischen maritim und kontinental wechselt. Die meisten Weinerzeuger bewirtschaften kleine bis mittelgroße Terrassenflächen, auf denen die Rebstöcke hoch angebunden werden. In der Region Lafões werden leichte und frische Rotweine und knackige Weißweine erzeugt.


Region Barraida

Die Region Barraida, einer der ältesten Weinbaugebiete Portugals, liegt an der Atlantikküste südlich des Rio Douro in unmittelbarer Nachbarschaft des Portweingebietes

  • DOC Barraida
  • Vinho Regional Beira Atlântico

In der Region Barraida an der Atlantikküste wurde bereits im 10. Jahrhundert Wein angebaut, der später von den Engländern zusammen mit den Portweinen importiert und verschnitten wurde. Im Rahmen des 1754 erlassenen Gesetzes zur Begrenzung des Douro Anbaugebiets mussten die Weinberge der Barraida gerodet werden, um die Herkunft des Portweins zu garantieren. Den Status einer eigenständigen Weinregion erhielt sie erst wieder 1979.

Das Anbaugebiet DOC Bairrada liegt landeinwärts nicht weit vom Meer entfernt. Im Westen flach, steigt das Gebiet im Osten zu kleinen Hügeln an, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden und manchmal bewaldet sind. Hier wird ein kräftiger Rotwein vorwiegend aus der Baga Rebe erzeugt. Aus deren vollreifen Beeren entsteht ein dicht strukturierter, komplexer, nach Brombeeren schmeckender, aromatischer Wein mit markanter Säure, festen Tanninen und einem guten Alterungspotential, der als „Bairada Classico“ etikettiert wird.

Bairrada hat eine große Tradition in der Herstellung von Schaumweinen mit der traditionellen Flaschengärung - eine Technik, die im 21. Jahrhundert weiterentwickelt wurde und immer mehr Anwendung findet. 65 Prozent der derzeitigen Landesproduktion an Schaumweinen entstammt aus dieser Region. Die regionale Wein- und Sektproduktion wird im Wesentlichen von Genossenschaften bestimmt. Sogrape erzeugt hier einen der bekanntesten Massenweine der Welt, den Mateus Rosé.


Region Beira Interior

Die erst 1999 neu gebildete Weinregion Beira Interior liegt im Landesinneren Portugals an der Grenze zu Spanien - ein eigenes DOC Gebiet gibt es seit 2005

  • DOC Beira Interior (seit 2005)
  • Vinho Regional Terras da Beira

Beira Interior wird im Norden durch den Rio Douro und im Süden durch den Rio Tejo begrenzt. Das kontinentale Klima wird durch die Serra de Estrela im Westen, das mit bis zu 1993 m höchste Gebirge in Portugal, geprägt. Es ist heiß und trocken im Sommer, sehr kalt im Winter mit regelmäßigem Schneefall.

Die Kombination aus Höhenlage, Granitböden und Sommersonne bringt große, aber auch frische und fruchtige Weine hervor. An den Berghängen der Beira Interior befinden sich in einer Höhe von 300 bis 700 m einige der höchst gelegenen Weinanbaugebiete Portugals. Trotz der Hitze während des Tages verlangsamt sich in kalten Nächten in dieser Höhe der Reifungsprozess der Trauben. Die Kombination aus Höhe, Granitböden und Sommersonne ergibt kräftige, jedoch brillante Weine mit frisch fruchtigen Aromen.

Die wichtigste lokale Weißweinrebe ist Fonte Cal, ein exklusives Kleinod dieser Gegend, mit der reichhaltige, honigsüße Weißweine mit pikant frischer Säure hergestellt werden. Diese Weine sind ideal zum Trinken, wenn sie jung sind und gewinnen mit zunehmender Alterung mehr Komplexität. Sie können mit anderen portugiesischen Sorten (Síria und Arinto) und/oder mit Newcomern, wie Chardonnay und Riesling verschnitten werden. Darüber hinaus gibt es eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen Schaumweinen und Roséweinen aus der Region Terras da Beira.


Region Lisboa

Die Weinregion Lissabon (bis zur Weinlese 2008 auch als Estremadura bekannt) erstreckt sich nördlich und westlich von Portugals Hauptstadt entlang der Atlantikküste bis zur Barraida Region

  • DOC Alenquer, Arruda, Bucelas, Carcavelos, Colares, Encosta d’Aire, Lourinhã, Óbidos, Torres Vedras
  • Vinho Regional de Lisboa

Sie Weinbauregion Lissabon weist 9 DOCs aus, mehr als die anderen Weinregionen in Portugal. Hier gibt es eine große Anzahl privater Weingüter, jedoch auch viele kleine Weinerzeuger, die ihre Reben an große Genossenschaften liefern. Neben großen Mengen preiswerter Weine für den täglichen Bedarf, die als „Vinho“ (Tafelwein) etikettiert sind, werden viele exzellente Weine in der Weinregion Lissabon als Vinho Regional verkauft. In dieser zauberhaften, hügeligen Küstenregion sorgen Meeresbrisen für Kühle in den Weinanbauflächen, speziell auf der zum Meer hingewandten Seite.

Im südlichen DOC Carcavelos, lange für seine süßen Weine bekannt, sind die meisten Weinberge bedingt durch die hohen Bodenpreise von Estoril Bebauungen gewichen. Im DOC Colares bei Cascais, der im Norden bis zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Kontinents reicht, ist ein ähnlicher Trend spürbar. Hier wird auf einem Areal von nur noch 10 ha die Ramisco Rebe angebaut, die einzige Rebsorte, deren Reben niemals veredelt wurden und die heute noch wurzelecht in den Weinbergen stehen. Sie wurzelt zum Schutz gegen Windbruch etliche Meter tief im Sand, was sie vor der Verwüstung durch die Reblaus bewahrt hat. DOC Bucelas ist die dritte der kleinen historischen Weingebiete in der Nähe Lissabons, nur 25 km nördlich vom zentralen Baixa-Distrikt in Lissabon entfernt. Es produziert einige der besten portugiesischen Weißweine. Einst wurden hier Weine mit Weltruf erzeugt, als im 19 Jahrhundert der Duke Wellington die Weine am Hofe von George III. einführte.

Nördlich vom DOC Bucelas im Innenland liegt das DOC Gebiet Arruda. Seit 2002 dürfen dessen Weine auch internationale Trauben, wie Cabernet Sauvignon, Syrah, Chardonnay sowie einige der begehrtesten Trauben aus dem übrigen Portugal, Touriga Nacional und Touriga Franca, enthalten. Das gleiche gilt für andere DOC Gebiete im zentralen Teil der Lissaboner Region: Alenquer, Torres Vedras und Óbidos, in denen ebenfalls viele Rebsorten angepflanzt werden.

Im windigen westlichen Teil von Óbidos wird im DOC Lourinhã Weinbrand produziert. Die nordöstliche Spitze dieser Region erstreckt sich bis zum belebten Fischereihafen von Peniche und dem Vorland von Cabo Carvoeiro. Nördlich dieses Kaps befindet sich ein alter Pinienwald, der Pinhal von Leiria, der sich entlang der Surfstrände zieht. Er ist eine natürliche Barriere, der das Ausbreiten der Sanddünen verhindert, die böigen Ozeanwinde zähmt und die Weinanbauflächen von Encostas de Aire, dem größten und nördlichsten DOC der Region Lissabon, schützt.


Region Tejo

Die flächenmäßig zweitgrößte Region Portugals mit ihren ausgedehnten Flusslandschaften am Unterlauf des Tejo zählt zu den fruchtbarsten Landschaften des Landes

  • DOC do Tejo
  • Vinho Regional Tejo

Die mit der ehemaligen Provinz Ribatejo deckungsgleiche Region Tejo erstreckt sich in der Mitte Portugals beiderseits des Rio Tejo zwischen der Weinregion Lisboa und dem nordöstlichen Alentejo. Das Erscheinungsbild der Region wird geprägt durch langgestreckte Wiesen und flache, grüne Felder, die von dem breiten Fluss durchzogen sind, der bei Lissabon im Atlantik mündet. Beiderseits dieser fruchtbaren Flussgegend steigt die Region zu einer trockenen, hügeligen Landschaft an, in der die Olivenhaine, Obstgärten und Weinberge dominieren.

Charneca liegt im Südosten des Flusses und bildet die Grenze zu Alentejo. Das Klima ist heißer und trockener als in der übrigen Tejo-Region. Die Böden sind sandig und die Weinproduktion pro Rebsorte gering (ein Plus für die Qualität). Dennoch reifen die Trauben leicht und früh. Das Hochland im Norden und Osten des Flusses ist als Bairro bekannt. Das Landschaftsbild ist abwechslungsreich, Ebenen wechseln sich ab mit Hügeln, die bis ins Vorland der Bergkette der Serra de Aire und Serra dos Candeeiros, an der Grenze zur Region Lissabon reichen. Die Böden im Bairro bestehen überwiegend aus Lehm und Kalkstein und in der Nähe der bezaubernden mittelalterlichen Stadt Tomar auch aus Schiefer.

Der Anbau von Reben geht hier zurück bis auf die Zeit der Römer. Heutzutage macht die Weinproduktion auf 25 Tsd. ha Anbaufläche (davon 2.200 ha als DOC ausgewiesen) ca. 20% der gesamten Agrarproduktion der Tejo Region aus. Lange hatte die Region den Ruf eines reinen Fasswein Gebietes zu sein. In den letzten Jahren setzten junge, ambitionierte Weinmacher und leidenschaftliche Winzer, die sich der Produktion von Qualitätsweinen verschrieben haben, mit Unterstützung der regionalen Weinbaukommission auf moderne Kellertechnik und den Anbau bis dahin nicht gebietstypischer Rebsorten.

Info: CVR Tejo


Region Alentejo

Der Alentejo im Süden Portugals, die flächenmäßig größte Region des Landes, ist erst seit einigen Jahrzehnten als Weinregion in Erscheinung getreten und trägt inzwischen mehr als 10% zur portugiesischen Weinproduktion bei

  • DOC Alentejo
  • Vinho Regional Alentejano

Erst seit einigen Jahrzehnten ist der Alentejo als Weinregion in Erscheinung getreten. Mit dem Eintritt Portugals in die EU konnten lang fällige Investitionen in Weinberge und Weinkeller getätigt werden. Moderne Technologie, speziell die Temperaturregelung, hat es möglich gemacht, qualitativ gute Weißweine und reichhaltige Rotweine herzustellen. In der Region des Alentejo gibt es einige herrliche alte Rebsorten, von denen zwar nur geringe Mengen geerntet werden (zum Vorteil der Qualität), aus denen sich dafür umso charaktervollere Weine herstellen lassen.

Seit 1995 ist der Alentejo als DOC-Gebiet ausgewiesen und  in acht Subregionen unterteilt, um den Weinanbau und die Weinherstellung in den verschiedenen Mikroklimata und auf den Anbauflächen zu regulieren: Portalegre, Borba, Redondo, Vidigueira, Reguengos, Moura, Évora und Granja/Amareleja – sie alle produzieren DOC-Weine, die als DOC Alentejo etikettiert sind und manchmal auch den Namen der Subregion tragen

Eine steigende Anzahl regionaler Weine wird als “Vinho Regional Alentejano” gekennzeichnet. Viele von ihnen werden außerhalb, andere innerhalb des DOC-Gebiets jedoch außerhalb der DOC-Bestimmungen hergestellt. Es gibt eine lange Liste mit Rebsorten, die für den Vinho Regional Alentejano zugelassen sind. Hierzu zählen auch einige ausländische Sorten, wie Syrah, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Obwohl nur 5% der Gesamtfläche für den Weinbau genutzt werden, trägt die Region mehr als 10 % zur in Portugal erzeugten Weinmenge bei.


Region Peninsula de Setúbal

Das Zentrum dieser Weinregion ist die Halbinsel Setúbal südlich von Lissabon, von Portugals Hauptstadt über zwei gewaltige Brücken zu erreichen, die über das Mündungsdelta des Rio Tejo führen

  • DOC Palmela, Setúbal
  • Vinho Regional Península de Setúbal

Auf der Halbinsel von Setúbal liegen die beiden DOC-Gebiete Palmela für Rot- und Weißwein und die DOC Setúbal für die Süßweine der Region. Die Vinho Regional Península de Setúbal erstreckt sich darüber hinaus um das Sumpfland der Sado-Mündung (ein Dorado für Watvögel und eine Quelle für Salz und Reis) 60 km nach unten, entlang der Atlantikküste bis nach Sines. Der Fluss Sado durchfließt die östliche Seite der Region und hat einen starken Einfluss auf das Terroir.

DOC Palmela muss mindestens 67 Prozent Castelão enthalten, hat jedoch normalerweise mehr und wird mit Rebsorten wie Aragonez, Cabernet Sauvignon, Syrah und Trincadeira verschnitten. Die Rebsorte Castelão fühlt sich speziell auf den warmen sandigen Böden der Halbinsel wohl, gedeiht aber in anderen Regionen des Landes kaum. DOC Setúbal enthält mindestens 67 Prozent Moscatel-Trauben aus Setúbal (Moscatel de Alexandria) oder Moscatel Roxo (roter Moscatel). Die besten Trauben wachsen auf Kalksteinböden auf den Hügeln der Serra da Arrábida oberhalb der Südküste der Halbinsel.

Nur kleine Mengen des Moscatel werden weiterhin in Holzfässern gelagert. Nach 20 Jahren entsteht ein dunkler Nektar mit komplexen, intensiven Aromen und einem Geschmack nach Nüssen und getrockneten Früchten, Zitronen und Honig. Diese Weine gehören zu den weltbesten Moscatel-Süßweinen.


Region Algarve

Die Algarve ist Portugals südlichste Weinbauregion auf dem europäischen Festland

  • DOC Lagoa, Lagos, Portimão, Tavira
  • Vinho Regional do Algarve

Seit den 1970er Jahren mussten viele Weinberge neuen Plantagen, etwa für Zitrusfrüchte, oder Hotelkomplexen und Golfplätzen weichen. Erst in letzter Zeit wurden in der fruchtbaren Barrocal Region in einiger Entfernung zur Küste wieder Reben angepflanzt und beträchtliche Investitionen in Keller und Produktionsanlagen ebenso wie in ein modernes Marketing getätigt. Die hier vorherrschenden klimatischen Bedingungen erlauben eine Kombination aus heimischen portugiesischen Reben und internationalen Sorten, wie Syrah und Cabernet Sauvignon.

 Die Algarve weist 4 DOC Gebiete aus. DOC Lagoa umfasst die Landkreise Albufeira, Lagoa sowie weite Teile von Loulé und Silves. Zum DOC Lagos gehören die Landkreise Vila do Bispo und Aljezur an der Costa Vicentina, und zum DOC Portimão neben Alvor weitere Gemeinden der Stadt. DOC Tavira umfasst zahlreiche Gemeinden in den Landkreisen der Ostalgarve von Faro über Olhão, São Brás, VRdSA und Castro Marim. Allerdings: weder in gut sortierten Weinläden der Region noch in den Restaurants der Algarve wird man nennenswert DOC Weine aus der Algarve finden. Wer die Gründe dafür sucht, sollte einmal eine Weindegustation in der Adega cooperativa de Lagoa, der Genossenschaft der dortigen Weinbauern, besuchen.


Region Açores

Die Inselgruppe der Azoren, die den Status einer autonomen Region Portugals hat, liegt mitten im Atlantik ungefähr auf der Breite von Lissabon

  • DOC Biscoitos, Graciosa, Pico
  • Vinho Regional Açores

Im 15. Jahrhundert brachten portugiesische Siedler die ersten Reben auf die Azoren, um dort ihren eigenen Wein zu machen. Bald hatte sich der Weinbau dort etabliert, und die Seeleute nutzten gerne die Gelegenheit, auf dem letzten Außenposten vor der großen Fahrt über den Atlantik nach Amerika ihren Weinvorrat aufzustocken.

Die Azoren bieten eine spektakuläre landschaftliche Vielfalt mit üppigen grünen Wiesen, Seen, vulkanischen Gipfeln, Höhlen, Schwefelgruben und Lavaströmen. Die historischen Weinberge dieser Inselgruppe sind in ihrer Art so einzigartig, dass eine Weinanbaufläche auf der Insel Pico zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben wurde. Die meisten Reben auf den Azoren wachsen in Gehegen, kleinen Parzellen, die von Steinwänden aus schwarzem Vulkanstein umgeben sind. Die Rebstöcke werden in Vertiefungen und Ritzen der Lavaströme eingepflanzt, und Steinwände schützen sie vor Atlantikwinden und Salzspritzern.

Heute wird auf drei der Inseln Wein hergestellt. Ein Großteil der Insel Graciosa hat für die leichteren, trockenen Weißweine, die sie hervorbringt, den DOC Status erlangt. Die Weine werden in der lokalen Genossenschaft produziert. Es gibt zwei weitere DOCs für angereicherte Weine mit einem Mindestalkoholgehalt von 16 Vol.%: in bestimmten Küstengebieten der Insel Pico und in Biscoitos, einem kleinen Gebiet im Norden der Insel Terceira

Zu den nicht angereicherten Weinen des Vinho Regional Açores gehören vor allem qualitativ hochwertige Weißweine, die auf Pico und Terceira von kleineren Erzeugern und der Winzergenossenschaft Pico hergestellt werden. Eine absolute Sonderrolle kommt dem Vinho de Cheiro („Duftwein“) zu, der auf mehreren Azoreninseln hergestellt wird und bei Einheimischen und nostalgischen Einwanderern in Nordamerika populär ist. Es handelt sich dabei um einen nach Erdbeeren duftenden, hellroten Rotwein aus der Hybridrebe Isabella, der wegen seines geringen Alkoholgehaltes von nur 6-10 Vol. %. schneller verderblich ist.

Info:


Region Madeira

Die Inselgruppe Madeira, die in Portugal den Status einer autonomen Region hat, liegt mitten im Atlantischen Ozean, über 700 km vor der marokkanischen Küste und knapp 1.000 Kilometer vom Festland Portugals entfern

  • DOC Madeira, Madeirenses
  • Vinho Regional Terras Madeirenses

Bewohnt sind lediglich die als Blumeninsel bekannte Hauptinsel Madeira und Porto Santo. Das Klima ist subtropisch.Auf Madeira wird Weinbau betrieben, seitdem die ersten Siedler sich im Jahre 1419 dort niederließen. Die Verfahren der Weinherstellung haben sich im Laufe der Zeit verändert, aber der Stil des angereicherten Weines mit einem Alkoholgehalt von 17-22 Vol.% ist konstant geblieben. So ist die Insel weltweit für den gleichnamigen, fortifizierten Süßwein bekannt geworden.

Die Weinberge in Madeira sind in kleine Parzellen aufgeteilt und terrassenförmig an vulkanischen Hängen angelegt. Die meisten Rebstöcke werden an Pergolas angebunden. Die Weinlese findet in der Zeit von Mitte August bis Mitte Oktober statt. Die Vergärung des Traubensaftes wird durch die Zugabe von neutralem Alkohol unterbrochen, sobald sich durch die Hefe die richtige Menge Traubenzucker gebildet hat, der die gewünschte Süße liefert. Traditionell werden die Fässer mit dem angereicherten Wein in der Sonne unter Glasdächern in ihren Lagerhäusern lange Jahre gealtert - ein Verfahren, dass unter dem Namen Canteiro bekannt ist. Weniger teure Weine werden von den Weinherstellern einem abgekürzten Verfahren, Estufagem genannt, unterzogen, bei dem der Wein in temperaturgesteuerten Stahltanks kontrolliert erhitzt wird.

Traditionell werden bestimmte alte Weißwein-Rebsorten der Insel mit Weinen einer speziellen Süße vermischt. Die Sercial Rebe wird für trockene Weine und Verdelho vorzugsweise für halbtrockene Weine verwendet. Bual (oder Boal) gilt als die beste Wahl für ein halbsüßes Finish, Malmsey (oder Malvasia) wird für die süßesten Weine verwendet. DOC Madeira Spitzenweine werden noch immer aus diesen vier weißen Rebsorten hergestellt, denen gelegentlich Terrantez zugesetzt wird. Die Weinklassifizierung erfolgt nach Lagerungsmethode, Lagerungsdauer und Rebsorte. Colheita oder Single Harvest Weine werden aus traditionellen weißen Reben oder Tinta Negra hergestellt und reifen mindestens fünf Jahre in Eichenfässern. Vintage, Frasqueira oder Garrafeira Weine werden nach dem Canteiro-Verfahren aus einer der traditionellen weißen Trauben hergestellt und altern dann 20 Jahre in Holzfässern.

Für nicht angereicherte Weine gibt es auf Madeira und der kleinen Nachbarinsel Porto Santo seit einiger Zeit ein eigenes DOC Madeirense und den Vinho Regional Terras Madeirense.


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