Algarve Landschaften

Die Algarve, die südlichste Region des portugiesischen Festlandes ist untergliedert in drei Landstreifen von jeweils eigener, ganz besonderer Schönheit und Charakteristik.

Algarve Küste

Der schmale Küstenabschnitt der Algarve (Litoral), in dem sich die meisten touristischen Aktivitäten konzentrieren,

Im äußersten Osten der Algarve zwischen Vila Real des Santo António an der spanischen Grenze und dem Beginn der Ria Formosa bei Tavira erstrecken sich lange flache Sandstrände, durch Dünen vom Hinterland getrennt. Der daran westlich anschließende Küstenabschnitt der Algarve zwischen Tavira und Faro ist geprägt durch die geschützte Lagunenlandschaft der Ria Formosa. Sie wird von einer Kette von vorgelagerten Inseln und Halbinseln von der offenen See des Atlantischen Ozeans getrennt und stellt ein einmaliges Ökosystem dar. In den Lagunen der Ria Formosa wird Meersalz gewonnen, das begehrte „Weiße Gold“ der Algarve.

Das Naturschutzgebiet der Ria Formosa endet westlich von Faro, der Hauptstadt der Algarve. Hier beginnt das sog. „Goldene Dreieck“ der Algarve, das von den Urlaubs- und Golfresorts Quinta do Lago, Vale do Lobo und Vilamoura gebildet wird. Dieser kurze Abschnitt der Algarveküste wird dominiert von vielfarbigen, mit Pinienwäldchen bestandenen Sandsteinklippen, vor denen sich kilometerlange Sandstrände ausdehnen. Die Erosion durch Wind, Wellen und Regen hat im Laufe der Zeit bizarre Spuren in die weichen Klippen gegraben.

Westlich von Vilamoura beginnt die Felsenküste, dem dieser Teil der Algarve zu Recht den Namen Felsenalgarve verdankt.  Dicht an dicht liegen hier kleine Sandstrände, eingebettet in zerklüftete Felsbuchten. Dazwischen bilden Felsgrotten und bizarre Felsformationen beliebte Ausflugsziele für Bootstouren entlang der Algarveküste. Diese Felsenlandschaft wird an einigen Stellen unterbrochen durch größere Buchten mit langen Sandstränden.

Die "Costa Vicentina" genannte Westküste der Algarve erstreckt sich über mehr als 60 km vom Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Kontinents, bis nach Odexeice im Norden an der Grenze zum Alentejo. Schroffe Felsen der Steilküste wechseln sich ab mit kleineren Buchten mit herrlichen Sandständen.

Die meisten größeren Städte der Algarve liegen unmittelbar an der Algarveküste. An der Grenze der Algarve zu Spanien, an der Mündung des Rio Guadiana, liegt Vila Real de Santo António. Tavira, die schönste Stadt der Ostalgarve, liegt am Übergang der Sandalgarve zur Lagunenlandschaft der Ria Formosa. Nach Westen schließt sich Olhão an, das bis Ende des letzten Jahrhunderts ein wichtiger Standort für die Fischkonservenindustrie war. Faro, die Hauptstadt der Algarve und des gleichnamigen Distriktes Faro liegt am westlichen Ende der Ria Formosa, die Lagunenlandschaft bietet beim Anflug auf den Internationalen Flughafen von Faro ein eindrucksvolles Bild.

Quarteira mit dem benachbarten Urlaubsresort Vilamoura, im Kreis Loulé gelegen, ist bekannt für die Qualität und Auswahl seines Fischmarktes. Die eindrucksvolle  Felsenküste beginnt bei Albufeira, der touristischen Hochburg der gesamten Algarve. Nach Westen schließt sich Portimão an der Mündung des Rio Arade an, besser bekannt ist der Strand Praia da Rocha. Die westlichste Stadt an der Südküste der Algarve ist Lagos, das als Portugals Fenster zur Welt seit dem Zeitalter der Portugiesischen Eroberungen auf eine große maritime Tradition zurück blickt. Am äußersten Zipfel der Algarve liegt die historische Ortschaft Sagres, emg verknüpft mit dem legendären Heinrich dem Seefahrer, wo heute einer der besten Fischauktionen in Europa stattfindet.


Algarve Barrocal

Das Algarve Barrocal, der vorwiegend landwirtschaftlich genutzte fruchtbare Übergangsbereich zwischen Küste und Bergland.

Der Barrocal der Algarve ist der fruchtbare Übergangsbereich zwischen dem schmalen Küstenstreifen und dem hügeligen Bergland, der weitgehend aus Kalkstein und Schiefer besteht. Aus dem bei Boliqueime aus einem riesigen Steinbruch gewonnenen Kalkstein werden zahlreiche regionale Baumaterialien, darunter auch die für die Architektur der Algarve typischen Einrahmungen für Tore, Türen und Fenster, hergestellt. Dieses Gebiet wird auch beira-serra, d.h. wörtlich Gebirgsrand, genannt.

 Im Barrocal werden die meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Algarve angebaut, insbesondere Obst und Zitrusfrüchte, Gemüse und Oliven. Der lange darnieder liegende Weinbau ist dank moderner Kellereitechnik wieder auf dem Vormarsch. Zu den regionalen Produkten gehören auch Honig und Mandeln. Die Gegend war ein bedeutendes Zentrum der Korkproduktion, ehe sich der Anbau der Korkeichen nach Norden ins Alentejo verlagerte und die Verarbeitung sich auf den Raum Lissabon konzentrierte. Noch heute ist Portugal der bedeutendste Erzeuger und Produzent von Kork weltweit.

Die größte Ortschaft im Barrocal ist die Marktstad Loulé, weithin bekannt auch für die jährlichen Karnevalsumzüge. Im Einzugsbereich dieser prosperierende Stadt liegen die Ferienresorts Quinta do Lago, Vale do Lobo und Vilamoura liegen, die das sog. "Goldene Dreieck der Algarve" bilden. Das Hinterland von Loulé ist besonders wasserreich, hier entspringen zahlreiche Bäche und kleinere Flüsschen.

Weitere Städte im Hinterland der Algarve sind Lagoa, das Zentrum des regionalen Weinbaus in der Westalgarve und São Brás de Alportel, einstmals ein wohlhabendes Zentrum der Korkindustrie. In der Nachbarschaft werden die als Santa Catarina bekannten Tonziegel und Tonfliesen aus den Lehmvorkommen der Umgebung noch heute in Handarbeit hergestellt.

Der bekannteste Ort im Barrocal der Algarve aber ist ohne Zweifel Silves am Oberlauf des Rio Arade. Zur Zeit der fünf Jahrhunderte dauernden Herrschaft der Mauren in der Algarve war die Stadt unter dem Namen Xelb eines der kulturellen Zentren der Iberischen Halbinsel. Von den Zinnen der riesigen Burg von Silves, einem Nationaldenkmal, hat man einen herrlichen Rundblick auf die umgebende typische Landschaft des Barrocal. Der zu dieser Zeit schiffbare Fluss, der Silves mit der Hafenstadt Portimão verband, ist heute nur noch für kleinere Boote passierbar.


Serra der Algarve

Die Serra, das hügelig-bergige Hinterland der Algarve an der Grenze zum Alentejo, bedeckt die Hälfte des Gebietes der Algarve von insgesamt fast 5 Tsd. Quadratkilometern.

Die Höhenzüge der Serra haben beträchtlichen Einfluss auf das Klima der Algarve. Sie bilden eine Barriere gegen die kalten Winde aus dem Norden und Tiefdruckgebiete aus dem Nordosten.  Auf diese Weise entsteht ein nahezu mediterranes Klima mit geringen Niederschlägen und milden Temperaturen im Winter. Andererseits bilden sie eine Barriere für die feuchten Luftströme aus dem Süden.

Geologisch besteht die Serra, die vulkanischen Ursprungs ist, aus zwei verschiedenen Schichten: Schiefer bis zu einer Höhe von 3-400 m, und darüber eine spezielle Form des Granit, der "Foiait", der in der Umgebung von Monchique abgebaut wird. Drei Höhenzüge bilden die Serra:

  •  Serra de Espinhaço de Cão im äußersten Westen mit einer Höhe bis zu 300 m an der Grenze zur Costa Vicentina
  •  Serra de Monchique im Westen, der höchste Höhenzug im südlichen Portugal mit dem Foia (902 m) und dem Picota (774 m)
  •  Serra do Calderão (Serra do Mú) in der Mitte und Osten an der Grenze zum Baixo Alentejo mit einer Höhe von bis zu 589 m

Der bekannteste und höchstgelegene Ort (485 m)  in der Serra ist Monchique im Herzen der Serra de Monchique, zwischen den beiden höchsten Erhebungen, dem Fóia (902 m) und dem Picota (774 m) gelegen. Die Heilwirkung der warmen Quellen von Caldas de Monchique ist seit der Römerzeit bekannt. São Marco da Serra und São Bartolomeu de Messines  im Kreis Silves liegen am Rande der Serra de Monchique.


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